Der Mensch macht’s

Die (wahl-)politische Dimension: „Der Mensch macht das Rennen“

Vordergründig könnte der Slogan so verstanden werden: Da steht jemand, der sich um das Amt des Bürgermeisters bewirbt und der Überzeugung zu sein scheint, dass er der richtige ist. Tiefer blickend erschließt sich das gesamte Ausmaß dieser wahlpolitischen Dimension. Es ist nichts anderes als ein Anforderungsprofil, an dem sich jeder Kandidat messen lassen sollte. Als Mensch hat er eine emotionale Beziehung zur Stadt und seinen Bürgern, es ist ihm ein zutiefst inneres Anliegen, in dem angestrebten Amt das Beste für die Dörfer und die Stadt, für die Bürgerinnen und Bürger zu wollen, dahingehende Entwicklungen einzuleiten und voranzutreiben und sie zu realisieren. Nicht der Technokrat, der Verwaltungsleiter, der Bürokrat, erst recht nicht der Egozentriker wird gesucht, sondern der Mensch, der in dem Amt seine Überzeugungen lebt und umsetzt.

Die soziale Dimension: „Der Mensch macht’s aus“

Die Realität zeigt, dass wir am Ende eines Wohlstandsmehrungs- oder anders eines Wachstumsdenkens angelangt sind, das sich im Verlaufe der vergangenen Jahrzehnte mehr und mehr verselbstständigt hat. Die Finanz- und Wirtschaftskrise, die Instabilität des Euro, die weltweite Abhängigkeit, die Höchstverschuldung einzelner Länder sind Beweise dafür.
Wir müssen daher einen Umdenkungsprozess einleiten, in dessen Zentrum eine Neudefinition von „Wohlstand“ steht. Nicht die rein entgoltene Leistung, nicht das rein monetäre Mehr darf länger Maß und Ausdruck von Wohlstand sein. Wohlergehen resultiert viel mehr aus menschlichen Beziehungen und Verbindungen, aus Gegenseitigkeit und Solidarität. Wenn wir bemängeln, dass diese Werte im Bewusstsein der Menschen deutlich zurückgegangen sind, so ist dies ein Ergebnis unserer unentwegten Geld- und materiellen Reichtumsgläubigkeit. Eine Neubesinnung auf diese Werte bedeutet daher nichts anderes als eine Rückbesinnung auf das, was unsere Gesellschaft über Jahrhunderte getragen hat: Gemeinsinn und Solidarität.

Die praktisch operative Dimension: „Der Mensch macht’s“

Heute nennen wir es Bürgergesellschaft, was mit dem praktischen Ansatz gemeint ist. Eine solche kann aber nur gelingen, wenn jeder seinen Beitrag dazu leistet. Das kann und muss einerseits dadurch geschehen, indem entsprechend der individuellen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Abgaben zur öffentlichen Finanzierung geleistet werden. Das muss aber auch dadurch geschehen, dass jeder und jede einzelne sich in die Bürgergesellschaft einbringt. Da bietet sich ein Rückgriff auf das neutestamentliche Bild von der Gemeinde an, die nur über ihre lebendigen Steine funktioniert: Jeder Stein hat seine Aufgabe und Funktion, jeder Stein ist wichtig. Das Haus ist Wind und Wetter nur in der Gesamtheit aller Steine gewachsen. Heruntergebrochen auf die Aufgaben im kommunalen Bereich bedeutet das ganz konkret, dass die Politik Angebote schaffen muss, um jeden und jede mit auf diesem Weg zu nehmen. In den Dörfern erkennen wir vielfach noch sehr homogene Strukturen, in denen ehrenamtliches Engagement und Nachbarschaftshilfe selbstverständlich sind. Dennoch darf auch hier die politische Unterstützung nicht fehlen.

Die Leitungsdimension: „Der Mensch macht’s in der Verwaltung“

Verwaltungsleitung ist eine Aufgabe, bei der es einerseits um Strukturen geht, andererseits aber vor allem um die Menschen, die im Dienst der Verwaltung stehen. Ich freue mich für den Fall meiner Wahl auf diese Aufgabe und hoffe, viele auf den mir vorschwebenden Wegen mitnehmen zu können. Die Aufrechterhaltung des hohen Standards einer dienstleistungsorientierten Verwaltung und deren Fortentwicklung werden dabei den größten Raum einnehmen. Strukturelle Anlehnungen an betriebswirtschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen können in diesem Zusammenhang vielfach hilfreich sein und weiterführen. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass es eine herausragende Führungsaufgabe in Bezug auf eine Kommunalverwaltung ist, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf umfassend zu ermöglichen. Der Fachkräftemangel wird auch die Verwaltungen treffen – schon aus diesem Grund helfen gute Rahmenbedingungen im Wettbewerb um die Arbeitskräfte. Viel wichtiger aber ist mir dabei der soziale Aspekt von Arbeit, die bekanntlich nicht allein dem Broterwerb dient. Diesen Lebens- und Aktionsraum jedem und jeder zu erhalten, unabhängig von familiären Verhältnissen, ist eine gesellschaftliche Aufgabe, der wir uns hier vor Ort stellen müssen. Gerade in der „Bearbeitung“ derlei gesellschaftlicher Fragen müssen öffentliche Arbeitgeber Beispiel gebend vorangehen und nicht hinter den Entwicklungen herlaufen. Die Verwaltung ist für die Menschen, die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt und unserer Dörfer da: Das praktische Verwaltunghandeln muss sich an diesem Grundsatz messen lassen. Eine bürgernahe und durchschaubare Verwaltung geht auf die Menschen zu und zeigt ihnen offen kommuniziert Lösungswege auf. Dazu gehört auch eine Präsenz vor Ort in den Dörfern, nennen wir es “das rollende Rathaus”.

Die parteipolitische Dimension: „Der Mensch macht’s, nicht die Partei.“

Ich bin nicht der Meinung, dass all das beschriebene politische Engagement auf kommunaler Ebene parteiabhängig ist. Entscheidend ist das Wohl der Bürgerinnen und Bürger, für das es sich einzusetzen gilt, unabhängig von parteiideologischen Färbungen. Derlei Diskussionen können in Berlin geführt werden, hier vor Ort sind sie hinderlich und lassen die Sache und die Menschen, um die es geht, auf in der Regel schädliche Weise außer Betracht. Dennoch fühle ich mich, auch und gerade als bekennender Christ, bei alldem auf dem Boden der Grundsätze der Sozialdemokratie ausgesprochen wohl: Die sozialdemokratisch programmatischen Begriffe von Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität ganz konkret mit Leben zu füllen, scheint mir eine ebenso reizvolle wie herausfordernde Aufgabe.